Kiesbranche mit hohem Recyclinggrad

Die Frühjahresveranstaltung der Luzerner Vereinigung für Kies und Sand LVKB in Ballwil widmete sich dem aktuellen Thema Recyclingbeton und Nachhaltigkeit.

Verbandspräsident Erwin Müller verwies bei seiner Begrüssung darauf hin, dass die Kies-und Betonbranche bereits heute ein Wirtschaftszweig mit sehr hohem Umweltbewusstsein ist: Rund 80 bis 90 % der abgebauten Materialien werden wieder recycliert.

Vorstandsmitglied Ueli Freyenmuth, Geschäftsführer der Sand und Kies AG Luzern, hatte den informativen Anlass organisiert. Er moderierte die Veranstaltung und führte vertieft ins Thema ein.

Zuerst stellte Energieberater Jules Pikaly die Grundideen von Minergie dar. Grundsätzlich ist Minergie baustoffunabhänging und macht keine Vorschriften über den Baustoff. Beton ist aufgrund seiner Speichermasse für Minergiebauten geradezu prädestiniert. Beim Label Minergie Eco wird ein Mindesteinsatz von Recyclingbeton vorgeschrieben.

Wie diese Erfordernisse erfüllt werden können, erläuterte aus der Sicht des Praktikers Herr Marco Keller von der Hastag in Birmensdorf. Am sinnvollsten ist der Einsatz von Recyclingbeton aus Beton- oder Mischgranulat als Mager- oder Füllbeton. In diesen Bereichen findet er bereits heute verbreiteten Absatz.

Eher neu ist die Verwendung von Recyclingbeton als Konstruktionsbeton. Untersuchungen haben gezeigt, dass der Zement- und somit auch der Energiebedarf dabei höher ist als bei Beton aus Primärmaterialien. Dazu kommen die schwierigeren Materialeigenschaften wie das schnellere Ansteifen und die insgesamt höheren Produktionskosten, die berücksichtigt werden müssen.

Im zweiten Teil der interessanten Veranstaltung informierte Felix Renner, Leiter der Abteilung Gewässer beim uwe, über die Gletscherstände und Moränen des Reussgletschers im Luzerner Mittelland. Gekonnt und lebendig schilderte er die Vorgänge während den Eiszeiten und wie die Gletscher das Rohmaterial der Branche, den Kies, in unserer Gegend ablagerten.

Mit einem Apéro und gemütlichem Gedankenaustausch schloss die interessante Veranstaltung.